Kurz erzählt

Die ganze Erde hatte eine Sprache und ein und dieselben Worte. Als sie, die Menschen, ostwärts aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an. Sie sagten zueinander: „Auf, formen wir Lehmziegel und brennen wir sie zu Backsteinen.“ So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel.

Dann sagten sie: „Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis in den Himmel! So wollen wir uns einen Namen machen, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.“

Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: „Siehe, ein Volk sind sie und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, wenn sie es sich zu tun vornehmen.

Auf, steigen wir hinab und verwirren wir dort ihre Sprache, sodass keiner mehr die Sprache des anderen versteht.“ Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen.

Darum gab man der Stadt den Namen Babel, Wirrsal, denn dort hat der Herr die Sprache der ganzen Erde verwirrt und von dort aus hat er die Menschen über die ganze Erde zerstreut.

Gedanken zum Märchen

  • Projekte scheitern hauptsächliche an mangelnder Kommunikation. In der archaischen Geschichte vom Turmbau zu Babel finden wir dieses Motiv in überraschender Analogie zu dieser Erkenntnis des 21. Jhdts.
  • Wenn wir die theologischen Aussagen herausfiltern, kommen wir zu einer Erzählung, in der die Menschen für ihr Projekt offensichtlich alles haben, was man braucht, um erfolgreich zu sein: Material, Personal, Pläne.
  • Die einzige Chance das Projekt zu kippen, ist die Sabotage mit der Verwirrung der Sprache (Warum wird eigentlich nicht erzählt, dass das Material weggenommen wird?).
  • Gerade für diese Geschichte gibt es dutzende, in sich schlüssige Interpretationen, von der Skepsis der Menschen des späten Neolithikums gegenüber der Stadtbildung (am Übergang zur Sesshaftwerdung) bis zum Versuch der Menschheit, sich gegen eine weitere Sintflut zu schützen. Interpretationen von Märchen und Geschichten verstehe ich nicht im Rahmen des „Entweder – oder“ und schon gar nicht als Behauptung einer absoluten Wahrheit.
  • Menschen tun sich zusammen und arbeiten an einem Projekt. Alle Voraussetzungen dafür passen. Es scheitert aber dennoch. Dies liegt nicht am Material, nicht am Personal oder Plan, einzig an der Kommunikation.
  • Spannenderweise werden Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation nach wie vor oftmals als „Soft Skills“ belächelt. Aus der mythologischen Geschichte vom Turmbau zu Babel können wir lernen, dass sie businessrelevant sind!
  • Parallele zur Gegenwart: Forschung der GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement) Menzer Nienstedt: „Schlechte (oder unzureichende) Kommunikation“ liegt da unter den Top 6 Gründen warum Projekte scheitern.

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Märchenland - businessrelevant | Archetypisches Storytelling | Christoph Rabl

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